SEO Mythen: Diesen 9 Märchen solltet ihr nicht glauben.

Suchmaschinenoptimierung ist ein bisschen wie Bundestrainer sein: Jeder weiß irgendwas, hat schon viel gehört und könnte das sowieso viel besser. Grundsätzlich spricht ja auch nichts dagegen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, den folgenden 9 Mythen solltet ihr aber ganz klar keinen Glauben schenken.

Dass SEO wichtig für Unternehmen ist, steht eigentlich außer Frage. Viel zu aussichtsreich ist es doch, organische Rankings aufzubauen und bei Suchanfragen der Zielgruppe einfach aufzutauchen. Sich im richtigen Moment von der richtigen Person finden zu lassen, statt irgendwelchen Leuten ohne Interesse auf die nerven zu gehen, klingt auch irgendwie überzeugender…

Für viele Missverständnisse in diesem Bereich sorgt sicher die Schnelllebigkeit. Alles ist irgendwie immer im Wandel und Algorithmen verändern sich ständig: Die mehr oder weniger regelmäßigen Updates bei Google führen daher auch immer dazu, dass sich Strategien und Taktiken weiterentwickeln oder grundlegend ändern müssen.

Aber machen wir uns nichts vor: Die Google Updates haben meistens nur die Intention, die Ergebnisse besser für den Nutzer zu machen. Das sich ändernde Nutzerverhalten ist also oft Ursache für Änderungen - Updates im Algorithmus nur die Konsequenz.

SEO Mythos #1: SEO ist eine einmalige Sache

Wir haben das schon so oft gehört, wenn wir uns um die Relaunches von unseren Kunden kümmern: “Könnt ihr dann noch schnell SEO machen?” Klar, machen wir, aber damit ist das Thema nicht durch. SEO lebt schließlich von Inhalten und dauerhafter Optimierung.

Natürlich ist es wichtig, bei einer Website dafür zu sorgen, dass Google alles crawlen kann und dabei die Inhalte richtig interpretiert. Man spricht auch von technischer SEO, wobei die wesentlichsten Faktoren Ladegeschwindigkeit und Lesbarkeit (des Codes) sind. Das ganze sollte aber eher Grundvoraussetzung sein, denn alleine sorgt das noch nicht für eine gute Positionierung für die gewünschten Keywords.

Google geht es darum, den passendsten Inhalt für einen Suchbegriff zu liefern. Im Umkehrschluss heißt das, dass ihr die entsprechenden Themen eben auch bestmöglich für eure Nutzer aufbereiten müsst. Und wir wissen alle: Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

Mythos: SEO ist eine einmalige Sache.
Wahrheit: Erfolgreiches SEO ist ein Dauerthema.

SEO Mythos #2: Duplicate Content führt sofort zur Abstrafung.

Ihr habt bestimmt schon einmal von Duplicate Content gehört. Der Begriff beschreibt eigentlich nichts anderes, als das Vorhandensein von gleichen Inhalten an verschiedenen Stellen. Ein bisschen unterscheiden kann man in externen (auf anderen Websites) und internen (auf eurer Website) Duplicate Content.

Der Mythos der sich seit Jahren hält, bezieht sich auf schnelle Abstrafungen - und natürlich Rankingverlust - nach der Entdeckung von solchen Inhalten. Das ist aber in 99% der Fällen nicht so. Vielmehr ist die Regel, dass Google bei gedoppelten Inhalten (z.B., wenn es sich einfach um duplizierte Seiten handelt) sich auf eine Seite konzentriert und die andere aus dem Index entfernt. Andere Seiten eurer Website sind in aller Regel nicht weiter betroffen.

Trotzdem sollte man solche Dopplungen vermeiden, wenn es irgendwie möglich ist. Wenn ihr irgendwie darauf angewiesen seid, kann man auch mit einem Canonical bestimmen, welche Seite als “Original” für Google gelten soll.

Am Rande sollte man in diesem Kontext noch erwähnen, dass die Abstrafungen dann ein Thema werden, wenn Google ein Täuschungsmanöver durch Dopplungen erkennt. Legt ihr es aber nicht darauf an und pflegt eure Inhalte halbwegs regelmäßig, solltet ihr aber davon verschont bleiben.

Mythos: Duplicate Content führt sofort zu Abstrafung und Rankingverlust.
Wahrheit: Duplicate Content sollte vermieden werden, führt aber nicht zu Website-weiten Problemen.

SEO Mythos #3: Google Ads sorgen für ein besseres Ranking.

“Ihr habt keine brauchbaren Rankings? Dann schalten wir auf die Keywords einfach ein paar Anzeigen bei Google Ads und kriegen automatisch mehr organischen (unbezahlten) Traffic.” Klingt gut? Stimmt. Ist nur leider nicht so.

Aus uns unerfindlichen Gründen hält sich dieser Aberglaube ziemlich hartnäckig. Klar ist aber, dass Google ziemlich strikt zwischen bezahlten Anzeigen und kostenlosen Rankings trennt: Das eine verhilft dir also noch lange nicht zum anderen.

Eine gewisse Schnittmenge besteht allerdings, denn was ihr bei den Anzeigen als Anzeigentitel und Beschreibung hinterlegen könnt, entspricht ungefähr dem, was Meta Title und Description im organischen Bereich sind. Rückschlüsse sind durchaus erlaubt, denn ist eine Kombination im organischen Bereich besonders erfolgreich, liegt es nahe, dass sie auch als Anzeige gut geht. Und andersherum.

Mythos: Google Ads sorgt für bessere Rankings.
Wahrheit: Google Ads sorgt nicht für bessere Rankings. Aber die Qualitätsfaktoren für Titel und Beschreibung ähneln bei Google Ads und bei organischen Rankings einander.

SEO Mythos #4: Niemand braucht Keyword Recherche, der Content wird’s schon richten.

Keywords. Das gehört eigentlich zum Grundvokabular von jedem, der SEO in irgendeiner Art und Weise betreibt. Trotzdem gibt es oft Missverständnisse über Keywords - spätestens, wenn man auch noch in Suchbegriffe, Keywords und Suchintention unterscheiden muss.

Fest steht aber auch, dass erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung eigentlich nicht funktioniert, ohne dass ihr euch Gedanken macht, welche Begriffe für eure Zielgruppe interessant sind.

Na klar, man kann auch einfach Beiträge und ausführliche Artikel schreiben und gute Rankings dafür bekommen. Das ist allerdings dann oft eher Zufall und hat mit Onpage Optimierung herzlich wenig zu tun.

Mythos: Keyword Recherche ist Nice-To-Have und braucht eigentlich keiner.
Wahrheit: Für eine gezielte Optimierung ist ein Keyword Set unabdingbar.

SEO Mythos #5: Nur die Länge zählt…

Wenn ihr euch gezielt die einzelnen Seiten anschaut, die für besonders gute Keywords besonders gut Rankings einfahren, werdet ihr schnell feststellen, dass übermäßig viele dieser Seiten vergleichsweise viel Content haben.

Bei Artikeln über 1200 Wörtern spricht man gerne von Long-Form Content, oft hört man auch holistische Landingpages und Cornerstone Content (wobei alle Begriff nicht unbedingt das Gleiche sind). Gemeint sind auf jeden Fall Seiten, die ein Thema sehr detailliert behandeln und dementsprechend in der Regel eine hohe Wortzahl haben.

Geht man etwas ins Detail wird aber in aller Regel schnell klar, dass das gute Ranking nicht primär mit der bloßen Textlänge zu tun hat, sondern weil der Inhalt entsprechend gut zur Suchanfrage passt und qualitativ hochwertiger ist, als andere. Klar: Mehr Inhalt, mehr Antworten auf mehr Fragen, hochwertiger Content.

Mythos: Die Länge eines Beitrags ist entscheidend für ein gutes Ranking.
Wahrheit: Das Thema sollte gut und ausführlich behandelt werden: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

SEO Mythos #6: Die Domain muss zum Keyword passen.

www.risikolebensversicherungen.com. Das ist eine sogenannte Exact Match Domain und das liegt daran, dass es um Risikolebensversicherungen geht. Aber mal im Ernst: Diese Domain gehört zu den wenigen Exact Match Domains, die top Rankings in den organischen Suchergebnissen haben.

Das Prinzip leuchtet durchaus ein: Ich habe ein Thema und ich suche mir die passende Domain aus. Dabei gibt es aber einige Probleme: Zunächst einmal wird deine Marke darunter leiden, wenn sie anders ist als die Domain - das sieht einfach etwas komisch aus, aber es kommt natürlich auch immer etwas auf die Umstände drauf an.

Zum anderen ist die Wirksamkeit einfach nicht gegeben, denn die oben genannte Domain verfügt schlicht und ergreifend über gute Inhalte und macht auch sonst ziemlich vieles richtig.

Mythos: Die Domain sollte genau dem Keyword entsprechen.
Wahrheit: Exact Match Domains sind mit Vorsicht zu genießen und meistens nicht die richtige Wahl.

SEO Mythos #7: Meta Daten sind (un-)wichtig

Unwichtig? Wichtig? Beides? Ja, richtig: Irgendwie beides. Denn es kursieren zum Thema Meta Daten verschiedenste Mythen. Dabei ist es eigentlich relativ simpel, wenn man nichts durcheinander bringt.

Die Meta Daten sind Teil des Codes eurer Website. Sie stehen im Head der HTML Seite und sind grundsätzlich nicht direkt sichtbar für den Nutzer - natürlich aber für die Suchmaschine.

Zu unterteilen ist in folgende Bestandteile: Der Meta Title, quasi der Seitentitel, die Meta Description, eine Kurzbeschreibung der Seite, und die Meta Keywords, passende Stichpunkte zur Seite und deren Inhalt.

Schon einmal klar ist, dass die Meta Keywords absolut irrelevant sind. Früher einmal wurden sie durchaus beachtet, aber inzwischen werden sie von Google einfach ignoriert.

Bei Meta Title und Keyword sollte man aber etwas genauer hinsehen, denn in den meisten Fällen werden sie von Google übernommen und auf der Ergebnisseite angezeigt.

Trotzdem ist es nicht so einfach. Der Meta Title kann direkten Einfluss haben auf eure Google Rankings - hier solltet ihr sicherstellen, dass das Keyword auch vorkommt.

Die Meta Description wird dagegen von Google & Co. größtenteils ignoriert und hat keinen direkten Einfluss auf ein Ranking. Trotzdem taucht sie in den Ergebnissen auf, einen indirekten Einfluss durch positive Veränderung auf die Klickrate kann man also durchaus unterstellen.

Mythos: Meta Daten sind (un-)wichtig.
Wahrheit: Meta Titles sind absolut relevant. Meta Descriptions haben Potential und Meta Keywords machen keinen Unterschied.

SEO Mythos #8: Das Keyword sollte schon mindestens 43x vorkommen.

Gemeint ist die sogenannte Keyword Density (Deutsch: Keyword Dichte), also das Verhältnis vom entsprechenden Keyword zum gesamten Text. Die Grundidee dahinter: Je öfter der entsprechende Begriff vorkommt, desto relevanter ist der Artikel, also sollte er auch besser ranken.

Natürlich ist hier auch etwas dran: Schreibt ihr einen Text über ein bestimmtes Thema, dann kommt zwangsläufig das Keyword, auf das ihr optimiert, auch einige Male in dem Text vor. Ihr solltet aber auf keinen Fall eine bestimmt Quote anstreben, denn das führt in aller Regel zu unbrauchbaren Texten.

Google selbst hat übrigens zu diesem Thema Stellung bezogen. In diesem Hangout der Google Search Central wird eine klare Richtung vorgeben: Schreibt Texte so natürlich wie nur möglich.

Mythos: Euer Keyword muss genau so oder so oft im Text vorkommen.
Wahrheit: Keyword Density ist überbewertet - Texte sollen natürlich sein.

SEO Mythos #9: Social Signals führen automatisch zu besseren Rankings.

Facebook, Instagram, Pinterest, LinkedIn. Social Media. Auch, wenn es erst einmal nach einer anderen Baustelle klingt, haben sogenannte Social Signals auch Einfluss auf Rankings.

Nachdem diese massenweise über Netzwerke, Bots und anderen Spam für wenig Geld zu kaufen sind, ist die Versuchung natürlich groß, für ein paar Euro die Rankings wie von Zauberhand verbessern zu lassen.

Eine ähnliche, vergleichbare Situation gibt es bei Backlinks, denn kein professioneller SEO wird bestreiten, dass Backlinks für gute Rankings durchaus eine gewisse Relevanz haben, aber es irre viel Spam in diesem Bereich gibt.

Ein paar tausend Social Signals zu kaufen, führt also auch zu nichts. Dagegen können beispielsweise Erwähnungen von relevanten Seiten durchaus auf euer Ranking einzahlen.

Mythos: Social Signals führen immer zu besseren Rankings.
Wahrheit: Die Qualität der Social Signals ist entscheidend. Billige Spam-Angebote bringen euch nicht.

Fazit

Mal ganz ehrlich: Es gibt noch zig andere SEO Mythen, Irrtümer und Worst Practices und es werden immer wieder neue dazu kommen. Eine allgemeingültige Liste für alle typischen SEO Fehler macht auch keinen echten Sinn, nachdem jede Website ihre eigenen Fallstricke mit sich bringt.

Um die wichtigsten Probleme und offensichtlichsten Fehler solltet ihr aber einen großen Bogen herum machen. Und fest steht auch, dass eure SEO Maßnahmen immer aufeinander abgestimmt sind.

Weitere interessante Quellen:

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